Fakten
Plattform
PC
PlayStation 3
Xbox 360
Wii
Publisher
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft Bukarest
Release
Genre
Simulation
Typ
Vollversion
USK
16+
Webseite
Media (27)


























Action-Fliegerei 2.0
Zum zweiten Mal lässt der französische Publisher Ubisoft seine Kampfjäger-Staffel H.A.W.X. in die Lüfte, diesmal um russische Aggressoren abzuwehren. Kann H.A.W.X. 2 den Vorgänger vom Himmel holen?
Die Handlung
Die lahme Story von H.A.W.X. 2, welche man mindestens 100 Mal schon so gehört hat, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Eine Truppe Ultranationalisten spannt Terroristen vor ihren Karren, die ihrerseits etwas mit Putschisten zu tun haben. Mit anderen Worten: Böse Männer planen die russische Regierung zu stürzen und benutzen Anschläge als Ablenkung, um einen Putschversuch durchzuführen. Wer der Geschichte folgt und sich ein wenig auskennt, könnte fast meinen, es mit einem Modern Warfare-Teil zu tun zu haben. Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt, es gibt Verrat in den eigenen Reihen, Selbstaufopferung, eine verdammt große Explosion. Und sogar der Versuch, eine Art moralisches Dilemma beim Spieler zu erzeugen wurde übernommen. Schade, dass die pixeligen Zwischensequenzen kaum Atmosphäre aufkommen lassen.
Mehr AbwechslungEs ist spür- und sichtbar, dass zumindest der Versuch unternommen wurde, im Vergleich zum Vorgänger eine Schippe draufzulegen und insgesamt mehr von allem anzubieten. Das betrifft beispielsweise die Missionsgestaltung, die im zweiten Teil deutlich abwechslungsreicher erscheint. Ihr beginnt eure Kampfaufträge in der Regel nicht mehr grundsätzlich in der Luft schwebend, vielmehr dürft ihr bei Start- und Landephasen häufig selbst zum Controller greifen. Die Flieger in die Luft zu bugsieren, ist nicht weiter schwierig, hier genügt ein Knopfdruck zum Starten der Maschine und schon geht’s über das Rollfeld ins Gefecht.
Die Landungen auf Flughäfen und Flugzeugträgern fallen für einen Arcade-Simulator erheblich anspruchsvoller aus, auf Wunsch lässt sich jedoch auch das ESR-Leitsystem zuschalten. Seine Bedeutung und Integration in den Spielablauf wurde - wie auch die des Off-Flugmodus - deutlich reduziert. Die technischen Unterstützungssysteme kommen nur noch sporadisch zum Einsatz. Beispielsweise beim Anflug auf das Tankflugzeug, das ihr nach einigen geglückten Aufträgen innerhalb eines Zeitlimits anfliegen müsst.
Im Tohuwabohu der Luftkämpfe die Übersicht zu behalten, ist gar nicht so einfach. Die 20 Missionen sind insgesamt fordernder ausgefallen als im ersten Teil, befinden sich für Normalspieler teilweise hart an der Frustrationsgrenze. Während die Aufgabenvielfalt gestiegen ist, bewältigt ihr etwa Bombardements bei Nachtflügen, fangt aus Silos startende Raketen ab, an anderer Stelle unterstützt ihr mit eurem Jet Bodentruppen oder schützt den Kreml vor anrückenden Rebellen.
Immer wieder versetzt euch das Geschehen zudem an den Steuerknüppel ferngesteuerter Drohnen beziehungsweise an die unterschiedlichsten Geschütze hochspezialisierter Bomber - Call of Duty lässt grüßen. Diese Missionen sind jedoch entweder ein regelrechter Verfolgungs- und Abhörungs-Chillout aus luftiger Höhe oder arten in zielgerichtetes Zerstören im Stile von Missile Command aus. Anders dagegen die Fliegeraufträge, denn hier müsst ihr häufig mehrere Aufgaben gleichzeitig oder parallel erledigen und steht dabei oft noch unter Zeitdruck. Ebenfalls sehr nett: Im Gegensatz zum Vorgänger seid ihr dabei kein ständiges Mitglied der Elite Flieger des H.A.W.X.-Geschwaders, sondern tretet auch in den Dienst der russischen Luftwaffe, der britischen Marine und der U.S. Airforce.
Gewohntes
Flieger
Tom Clancy’s H.A.W.X. 2 bietet nicht nur 20 Singleplayer-Missionen, sondern auch eine reiche Auswahl an verschiedenen Fliegern. Von F-15, F-16, MIG 29 Fulcrum und Eurofighter über die A-10 bis hin zur mächtigen F-22 Raptor stehen über 20 lizenzierte Jets im Hangar. Schade nur, dass man in den Missionen Flugzeuge zugeteilt bekommt und nicht mit dem Ofen seiner Wahl abheben darf. Die Bordwaffen lassen sich im Story-Modus ebenfalls nicht frei konfigurieren. Die Steuerung der Jets ist gut gelungen und komplex, beim Flugverhalten sind die Unterschiede zwischen den Kampfflugzeugen deutlich spürbar. Die automatischen Speicherpunkte in H.A.W.X. 2 sind meist fair verteilt und ersparen euch langwieriges, nerviges Neuspielen bereits gemeisterter Abschnitte.
BelohnungenFür geglückte Aktionen werden euch Erfahrungspunkte gutgeschrieben, die später in die Ausrüstung und den Erwerb eurer eigenen militärischen Flugapparate fließen. Leider ist die Verteilung der XP-Tokens etwas undurchsichtig und unübersichtlich geraten. Mit diesen individualisierten Jets tretet ihr wiederum in den Zusatzmodi Survival und Arcade sowie den Koop- und Multiplayer-Modi (Team-Deathmatch) an.
Technik
Ubisoft prallt mit folgendem (Marketing)Satz: „Von Moskau bis zum Persischen Golf, vom nördlichen Polarkreis bis zum Indischen Ozean, die hochaufgelösten Bilder des kommerziellen GeoEye Satelliten sichern einen erstaunlichen Grad an Realismus.“ Und tatsächlich: In luftigen Höhen sieht H.A.W.X. 2 verdammt gut aus. Auch die zahlreichen Effekte können sich sehen lassen. Doch sobald man in Bodennähe kommt, gibt es nur noch verwaschene Pixelhaufen. Darüber hinaus nerven die zahlreichen Slowdowns im Spiel. Wenig bis gar keine Kritik gibt es hingegen beim Sound. Dieser verwöhnt nämlich mit einer soliden Synchronisation, realistischen Waffensounds und einer stets passenden Hintergrundmusik.
Fazit und Wertung
Christoph meint: Temporeiche Flieger-Action!
“Mehr Flieger, ein paar Neuerungen und mehr Abwechslung beim Missionsdesign - so schnell lässt sich die Fortsetzung von Tom Clancy’s H.A.W.X. beschreiben. Die intensiven Luftkämpfe bieten jede Menge Action und fordern auch erfahrene Flugzeug-Fans. Auch bei der Technik -mal abgesehen von den Bodentexturen und den gelegentlichen Rucklern- gibt es kaum etwas zum Meckern. Kurz gesagt: Fans des ersten Teils können bedenkenlos zugreifen!
- +schöne Landschaften
- +detaillierte Flieger
- +hübsche Effekte
- +stets passender Soundtrack
- +Waffensounds
- +gute Dialoge
- +dt. Sprachausgabe
- +einfache Steuerung
- +coole Dogfights
- +abwechslungsreiche Aufträge
- +clevere KI (Kollegen & Gegner)
- +Koop-Modus
- -verwaschene Texturen in Bodennähe
- -häufige Ruckler
- -pixelige Zwischensequenzen
- -08/15 Terroristen-Story
- -öde Gunship/Drohnen-Mission
- -kurze Spielzeit (max. acht Stunden)
- -keine Flugzeuge-Auswahl vor einer Mission

